12.-15.09. Tag 150-153 Frankreich

12.9. Aucun – Luz Saint Sauveur  29km, Ø15,6km/h, 1:51h, Gesamt 8203km

13.9. Luz Saint Sauveur – Arreau  64km, Ø10,9km/h, 5:48h, Gesamt 8267km

14.9. Arreau  2km, Gesamt 8269km (Regentag & Ruhetag)

15.9. Arreau – Col de Menté  63km, Ø12,0km/h, Gesamt 8332km

Vorweg, wir sind 2 süchtige Pyrenäen-Pässe-Radler geworden!? Die bekannten Tour-de-France Col’s machen echt Spaß! Und es gibt wieder viele Bilder statt vieler Worte. Die Gebirgspanoramen sind wunderschön und die Eindrücke müssen erstmal sacken.
Am 12.9. stand bei uns nur eine kurze Etappe im Programm, da wir uns vorgenommen haben richtig fit und frisch früh morgens über den Col du Tourmalet vom Startpunkt in Luz-Saint-Sauveur zu radeln. Der Campingplatz ist nah am Startpunkt gelegen. In einem Anfall von Übermut hat Maria am Abend gesagt, vielleicht fahren wir den Col d’Aspin gleich mit… Ich hab nur gemeint, lass uns erstmal den einen fahren!

13.9. Um 5Uhr früh klingelt der Wecker und über uns ein klarer Sternenhimmel. Gute Bedingungen! 7Uhr15 geht’s zeitig los auf den Col du Tourmalet. Evtl. wird er mit 2115m unser höchster beradelter Pass auf unserer Tour? Er ist der am häufigsten befahrene Tour-de-France Pass und gehört aufgrund seiner Länge und den zu bewältigten Höhenmetern zur schwersten Kategorie für die Bergwertung. Das wollen wir im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. 18km Passstrasse warten auf uns, dazu über 1400Hm. Wir schnaufen uns der aufgehenden Sonne entgegen. In der kühlen Morgenluft ist die Anstrengung leichter zu bewältigen als auf den Col d’Aubisque. Ab 10Uhr füllt sich die Strasse mit anderen Radfahrern und Touristen. Motiviert werden wir von Autofahrern und Radlern gleichzeitig. Das spornt an und lässt das Brennen in den Muskeln kurzzeitig vergessen. Und dann Wow…! Wir haben’s geschafft!? Was für ein geiles Gefühl! Am Pass werden wir beklatscht und bejubelt. Einer britischen Rennradlergruppe stehlen wir die „Show“. Die gucken ganz schön betröppelt, weil wir so viel mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wir fühlen uns auch wie Helden.

Ich hab diesmal auch ein paar kurze Filmchen zum Aufstieg gemacht.

Nach einem Kaffee ging’s in die knapp 18km lange Abfahrt nach Sainte-Marie-de-Campan. Da wollen wir überlegen, was wir als nächstes machen.

Es ist erst halb Zwei am Nachmittag, das Wetter sieht noch gut aus und wir entscheiden nach einem weiteren Kaffee den Col d’Aspin auch noch zu „besteigen“. Vielleicht war Maria doch nicht so übermütig…

Im Vergleich zum Col du Tourmalet ist der Col d’Aspin ein „Kinderspiel“. Für die 12km haben wir „bloß“ 1 1/2 Stunde gebraucht.

Erschöpft erreichen wir den Campingplatz in Arreau und werden zum Abendbrot eingeladen. Leider haben wir die Namen der zwei vergessen.

14.9. Es regnet…, es regnet den ganzen Tag. Wir bleiben auf dem Platz, ruhen uns aus und radeln kurz zum Einkaufen in den Ort. Die Muskeln wachsen in der Ruhe…

15.9. Der Regen hat aufgehört, die Sonne strahlt und die Luft ist klar aber kalt. Es sind 8°C früh. Aber plus!? Ich konnte Maria überreden mit mir auf dem Weg Richtung Pass Col du Portet d’Aspet über den Pass Col de Peyresourde zu fahren. Es geht nämlich nur über die Berge oder zurück aus den Tälern raus und im Bogen in das nächste Tal wieder rein. Über die Pässe kürzen wir quasi ein Stückchen ab. Naja nicht wirklich aber wir haben Aussicht! Den Peyresourde meistern wir natürlich souverän. Puuh…, hatte da Maria was von steil gesagt?

Da oben war’s richtig kühl und Maria frierte. Also fix wieder runter nach Luchon mit 16km Bergabfahrt. In Luchon wollten wir schon mal einkaufen aber der Lidl war weg. Seit 5 Tagen, denn an der Halle krachte die Abriss-Birne. Naja und so gucke ich in’s Garmin Navi und stellte fest, dass es bis zum Col du Portet d’Aspet noch gute 45km sind. 36km hatten wir erst geschafft und es war bereits halb drei Nachmittag. Um auf die Straße zum Col du Portet d’Aspet zu kommen radeln wir 12km weiter abwärts aus dem Tal raus. In dem kleinen Städtchen Cierp-Gaud kaufen wir ein und nehmen die Abkürzung über Saint-Béat und Boutx. Hinter Saint-Béat bekommen wir einen kurzen Schreck als wir die Daten auf dem Schild zum Col de Menté lesen! 844Hm auf 9,5km mit durchschnittlich 9% Steigung. Puh…jetzt nochmal von 505m auf 1349m? Und dann später nochmal gut 450Hm zum Col du Portet d’Aspet? Erstmal weiter. Und wie! Was ist das für ein knackiges Ding! Wir fahren nur im kleinsten Gang! Steil von Anfang bis Ende! Der Pass stellte den Peyresourde von vorhin voll in den Schatten! Maria kippte oben fast vom Rad vor Erschöpfung und mir zitterten die Beine. Fast 2 Std durchgehende Quälerei mit durchaus schönen Aussichten zur Belohnung.

Erschöpft lunchen wir zu dem Gasthaus am Pass. Da steht „Chambres“. „Komm Maria, dass gönnen wir uns jetzt. Da musst Du auch nicht im Zelt frieren.“ Und das Shelter laut Karte im Wald gegenüber gibt’s irgendwie nicht mehr. Fazit bis jetzt: 5 große bekannte Tour-de-France Pässe in den Pyrenäen beradeln mit 50kg unter’m Hintern – kein Problem!?

Unser neues Motto: Geht nicht, gibt’s nicht!

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4 Antworten zu 12.-15.09. Tag 150-153 Frankreich

  1. david sagt:

    Ihr habt ja Euren Spass in den Bergen, schön !

  2. Hella und Peter sagt:

    Liebe Maria, lieber Oliver,
    es ist ja fast unglaublich, was Ihr beiden Extremsportler in den Pyrenäen leistet. In Polen habt Ihr über das ewige Rauf und Runter gestöhnt. Aber jetzt kann es nicht hoch genug gehen! Opa überlegt schon, wo Ihr Eure Kraft laßt, wenn Ihr wieder zu Hause sein werdet. Na, Euch wird schon etwas einfallen. Hauptsache, Ihr bleibt gesund. Schließlich wollt Ihr ja noch ein dreiviertel Jahr unterwegs sein. Dabei habt Ihr in den vergangenen fünf Monaten bereits sehr viel geleistet und erlebt.
    Die Filmchen konnten wir leider nicht sehen. Aber die Bilder sind schon eindrucksvoll. Zusätzlich informieren wir uns im Internet. Und dort kann man auch Reiseeindrücke von Radfahren lesen, die die Pässe hinauf und herunter fahren.
    Heute hatten wir nach vielen heißen Tagen einen Regentag. Das freut nicht nur die Pflanzen. Wir hatten Gartenarbeiter-Schutzregen.
    Wir wünschen Euch weiter glückliche Reise.
    Herzliche Grüße Oma und Opa

    • Maria sagt:

      Hallo ihr Lieben!
      Der größte Unterschied zu Polen ist: wir haben mehr Muskeln und dementsprechend mehr Kraft. Ein gewaltiger Unterschied ist aber auch, in einen langen Anstieg „fährt man sich hinein“. Das Auf und Ab wie in Polen ist nach wie vor schwieriger.
      Für die Filme fragt mal bei Thomas nach. Vielleicht ist bei Euch nicht das richtige Programm installiert. Die Filme sind im *.mp4 Format.
      Wir hatten gestern auch regen und es hat sich deutlich abgekühlt. Brrr…
      Doch es soll wieder besser werden. Mal sehen.
      Liebe Grüße Maria & Oliver

  3. TB sagt:

    Hallo Maria und Oliver,
    zunächst viele Grüße von mir. Ich habe zwar gelegentlich mal bei Euch reingeschaut, aber noch nie was geschrieben. Auf alle Fälle kann auch ich nur sagen: Hut ab, was Ihr da für sportliche Leistungen vollbringt. Wenn ich mal die Grundstraße mit dem Fahrrad hochfahre bin ich schon völlig fertig…

    Das Problem mit dem Anschauen der Videos habe ich auch. Bei Firefox geht gar nichts, beim Chrome-Browser kommt nur der Ton. Aber bei Chrome kann man wenigstens mit der r e c h t e n Maustaste auf „Speichern unter:“ gehen. (Direkt auf den schwarzen Bereich im Video-Fenster klicken). Dann kann man das Video in den Download-Ordner speichern und anschließend mit dem normalen Windows-Media-Player abspielen. Vielleicht gibt es irgendwelche Plug-ins die man noch installieren könnte, aber da kann man sich auch schnell Schad-Software mit einfangen.

    Ich wünsche Euch weiterhin alles Gute und Spaß bei Eurer Weltreise!

    VG
    Thomas B.

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