08.-10.08. Tag 115-117 Frankreich

08.08. Wehr (DE) – Sancy  75km, ∅14,6km/h, 5:07h, Gesamt 6346km

09.08. Sancy – Verdun  60km, ∅16,2km/h, 3:43h, Gesamt 6406km

10.08. Verdun – Rembercourt  48km, ∅16,1km/h, 3:00h, Gesamt 6454km

Am 8.8. früh bei schönem Postkartenwetter ging’s wieder los, an der Mosel entlang nach Perl zur französischen Grenze am 3 Länder-Eck. Auf der anderen Seite der Mosel liegt Schengen, bekannt nach dem gleichnamigen Abkommen zu offenen europäischen Grenzen. Also der Mosel Radweg ist wirklich schön und gut zu fahren. Ab der Grenze folgen wir ihm bis Thionville oder auf deutsch Diedenhofen, im Gebiet Lothringen. Links und rechts des Ufers wird die Landschaft wieder flacher und erst am Horizont sind wieder Erhebungen zu sehen. In Wehr hörten wir schon von dem störanfälligen Atomkraftwerk, an welchem wir vorbeikamen. In Thionville verlassen wir den Mosel Radweg nach einer Kaffeepause im Stadtpark und strampeln straff nach oben über Hayange nach Sancy. Dort wollen wir übernachten. Nach erfolgloser Wildcamp Suche und der Hilfe zweier Anwohner, haben wir eine geeignete Wiese für uns gefunden. Tja, der erste Tag in Frankreich ist rum und wir freuen uns wieder hier im Land zu sein. Unser weiterer Weg führt uns über Verdun in ein Dorf vor der Stadt Bar-le-Duc. Dort wollen wir am 11.8. ankommen und werden unsere Fahrt für 4 Tage unterbrechen. Ich fahre am 12.8. zeitig früh mit dem Zug nach Deutschland, da mein Sohnemann Ludwig aus vorheriger Partnerschaft Schuleinführung hat. Die gibt’s im Leben nur einmal und ich denke, es ist wichtig für ihn, dass der Papa neben Oma, Opa, Tante und Cuosine auch dabei ist. Maria wird in Frankreich bei unseren „Warmshower“ Gastgebern bis zu meiner Rückkehr am 14.8. verweilen.

Es regnet früh am 9.8. Doch als wir aufstehen scheint die Sonne und es ist schwülwarm. Durch die weite hügelige Landschaft radeln wir auf kleinen Straßen über Étain bis zu den Schlachtfeldern von Verdun. Nebenbei müssen wir allerdings den Himmel beobachten, denn dieser ist stellenweise sehr dunkel behangen mit dicken fetten Regenwolken. Die Regensachen liegen schon mal schnell zur Hand.

Ein Denkmal des riesigen Schlachtfeldes (45km langer Halbkreis um Verdun) schauen wir uns näher an. Das „Fort de Vaux“, die bekannteste Festung zur Verteidigung von Verdun. Bei der Besichtigung beschleicht uns ein mulmiges Gefühl, als wir die Kasematten und andere Räume in dem Bunker sehen. Da stehen die Kanonen-Stände als wären sie vor paar Jahren erst verlassen worden. Mit Einschusslöchern in Schilden und Wänden. Krieg…, da versteh einer die beteiligten Menschen!? Wir können es nicht. Diese eine Besichtigung reichte uns dann auch und wir pedalieren gut 10km weiter nach Verdun. Unsere Entscheidung steht, es soll diesmal der ausgeschilderte Campingplatz sein. Seit Pargas in Finnland ist es das erste Mal, dass wir wieder für eine Übernachtung bezahlen. Es ist noch Hauptsaison mit knapp 19 EUR und der Platz ist sehr gut gefüllt. Für uns ok -duschen, kochen, abwaschen, kurze Schwätzchen mit den Nachbarn… Die sternklare Nacht bringt auf jeden Fall ordentlich Abkühlung! Brrr…, arme Maria-Füße!

10.8. Ja, es war echt kalt und feucht! Überwiegend bewölkt bleibt es heute auch. Mit kräftig kalten Wind. Bevor uns ein bisschen das Zentrum von Verdun ansehen, kaufen wir am Bahnhof noch für mich die Fahrkarte von Bar-le-Duc nach Saarbrücken und zurück. Der Mann hinter dem Schalter konnte kein englisch und wir zu wenig bis kein französisch. Mit Zettel und Stift klappte doch alles prima. ?

Die Innenstadt ist gestaltet mit den typisch französischen Häusern, teils schick, teils geschmückt mit schönen Balkonen und teilweise abgenutzt. Die Architektur hat auf jeden Fall immer ihren Charme. In der Stadt verteilt sind viele Denkmäler mit Bezug zum 1.Weltkrieg zu finden. Verdun war wohl mehr eine Bastion an der Maas und der Fluss eine Grenze, welche auf alle Fälle standhalten sollte oder musste. Nach einem Kaffee und leckeren Kuchen sind wir noch ein bisschen geradelt. Es ging ordentlich auf und ab bei teilweise kräftigen Wind von…, na ihr wisst schon, von vorn! Als wir beschlossen uns noch paar Kilometer für morgen aufzuheben, fanden wir recht zügig eine schönes Wildcamp-Plätzchen hinter einer Kapelle auf gemähter Wiese. Fix essen wir Abendbrot um schnell ins Zelt zu kommen, denn es ist kühl draußen.

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3 Antworten zu 08.-10.08. Tag 115-117 Frankreich

  1. david sagt:

    Der wind kommt meistens vom Westen in Frankreich. Die nächsten Tage nach Paris könnten etwas langweilig sein. Wenn Ihr über Reims fährt, dann weiter über la montagne du Reims S/SW von der Stadt. Weinberge und schöne Dörfer und seltsame Natur (guckt mal nach „faux de Verzy“ https://www.google.lv/search?q=faux+de+verzy&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiwifj8rbnOAhVLhSwKHTRIAREQ_AUICCgB&biw=1366&bih=643)
    Epernay ist die Champagne Hauptstadt Frankreichs aber kein „Muss“
    Entlang der Marne ist es angenehm mit Kleinstrassen
    Ab Claye-Souilly (15km W von Meaux) gibt es einen Fahrradweg bis nach Paris : http://www.af3v.org/-Fiche-VVV-.html?voie=11

    Und hier eine Karte Frankreichs mit Radwegen : https://www.af3v.org/CarteAF3V/carte-detaillee.html (Orange : véloroute/Radstrasse mit wenig Verkehr)

    Viel Spaaaaaaass

    • Maria sagt:

      Hallo David! Danke für die Tipps!
      Die nächsten Tage hängen wir bzw. ich in Hargeville sur Chée rum. Dann wollen wir weiter nach Troyes und von dort nach Paris.

      Wir hatten dir eine E-Mail geschrieben. Hast Du die bekommen?
      Bist Du schon auf dem Weg nach Griechenland? Hoffentlich hält dein Knie durch.
      Gute Reise bis bald. 😉
      Maria & Oliver

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