23.-25.07. Tag 99-101 Deutschland

23.07. Paderborn  7,5km, Ø13,9km/h, 0:32h, Gesamt 5630km

24.07. Paderborn  14km, Ø13,0km/h, 1:04h, Gesamt 5644km

25.07. Paderborn – Altenmellrich  57km, Ø14,7km/h, 3:54h, Gesamt 5701km

23.07. Zum Frühstück sind wir bei Martin und seiner Frau eingeladen. Wir lassen es uns gut schmecken. ? Das dauert natürlich alles seine Zeit und so kommen Oliver und ich erst nach dem Mittag in die Stadt. Wir wollen uns mal auf dem Libori Fest umsehen. Am Nachmittag ist die Feierliche Erhebung der Reliquien des Heiligen Liborius. Er ist der Schutzpatron der Stadt und nach ihm ist das Fest benannt. Angesehen haben wir uns das Ganze aber nicht. Der Dom platzte aus allen Nähten. Stattdessen sind wir über die verschiedenen Märkte gebummelt und haben uns die Innenstadt angesehen. So gut es eben ging, bei den viele Ständen und Leuten. Die Stimmung war überall fröhlich und ausgelassen. Besonders gestaunt haben wir über den Rummel oder Kirmes. Ein Andrang an Menschen und das Geld sitzt nur so locker! Wahnsinn… Dazu verrückte stampfende Bass-Musik und viele bunte Lichter. Man man man, mir schwirrte hinterher ganz ordentlich der Kopf. So stellen wir uns auch das Oktoberfest in München vor.

Am Abend haben wir uns überlegt zum Nachtkabarett zu gehen. Mal sehen ob es noch Karten gibt. Die nette Dame an der Tür meinte es sind noch ein paar reserviert. Wenn die nicht abgeholt werden, können wir die bekommen. Also warten wir geduldig eine halbe Stunde. Wir gucken nicht schlecht wie viele Leute in das kleine Zelt passen und fragen uns wie viele noch kommen. Unser Warten wird belohnt und wir ergattern die letzten beiden Karten. Die Vorstellung von Michael Steinke „Funky, Sexy, 40!“ hat sich auf jeden Fall gelohnt! Er ist bekannt aus dem Quatsch-Comedy-Club mit Thomas Herrmann. Wir haben viel und herzlich gelacht. Auf dem Rückweg gegen Mitternacht war die Stadt immer noch brechend voll. Wieder wurde es Spät als wir ins Bett gingen.

24.07. Frühstück gab’s heute bei Helmut und seiner Frau. Lange genießen wir das schöne Wetter auf der Terrasse bei netten Gesprächen. Die beiden sind auch begeisterte Radfahrer. Inzwischen mit E-Bike. Für heute wollen wir zum Schloss Neuhaus fahren und anschließend in die Stadt. Entlang dem kürzesten Fluss Deutschlands, der rund 4km langen Pader, gelangen wir zum Schloss. Ein Wasserschloss mit einem sehr schönen angrenzenden Park. Unsere Aufmerksamkeit wird aber auf eine Rassehunde Show mit Doggen gelenkt. Was es nicht alles gibt. Das Beurteilungssystem für die dollste Dogge durchschauen wir allerdings nicht. Oliver überlegt, wenn er mich und meine Attribute so beschreiben würde wie die 1-Mann Jury…? Zurück in der Stadt wollen wir uns die Kaiserpfalz näher ansehen. Die Pfalz wurde errichtet Ende des 8. Jahrhunderts von Karl dem Großen. Wir schließen uns einer Führung an. Die führt durch die Pfalz und die Abdinghofkirche und drehte sich um deren Erbauer Bischof Meinwerk. Er gilt als zweiter großer Baumeister der Stadt. Daran Anschließend hatten wir die Möglichkeit Pfefferminzbonbons herzustellen und Tee zu trinken. Da es in den Gemäuern sehr angenehm von den Temperaturen ist machen wir das. Während die Bonbons trocknen gehen wir noch mal durch die Pfalz. Unter der Pfalz ist ein Becken in dem einige der über 200 Paderquellen zusammentreffen. Das Wasser ist eisig kalt.

Den Abend verbringen wir mit Martin und Martin und einigen Freunden im Biergarten. Langsam müssen wir uns von den beiden verabschieden. Der Abend wird lang, süffig und redselig. ? Und doch schwingt Wehmut mit. Es ist ein seltsames Gefühl für uns auf Reise zu gehen und zu wissen, die beiden bleiben in Paderborn. Wir fühlen uns plötzlich allein. Es ist als würden wir etwas zurück lassen, einen Teil vergessen. Wir verabschieden uns von zwei guten Freunden mit denen wir eine wunderbare Zeit auf Tour geteilt haben. Über ein Wiedersehen würden wir uns riesig freuen! Mit schweren Köpfen und Herzen fallen wir ins Bett. Das zu verarbeiten wird bestimmt noch einige Tage dauern.

25.07. Sachen packen für die nächste Runde. Wir verabschieden uns von Helmut und von Paderborn. Seine Frau musste am Tag vorher leider in die Klinik. Aus der Stadt rauszukommen dauert’s noch ’ne Weile. In der Innenstadt machen wir noch kleine Besorgungen und ziehen sämtliches Interesse auf uns und werden in lange Gespräche verwickelt. Wir haben ja Zeit. Nach 14 Uhr begeben wir uns endgültig auf die Strecke. Das erste Ziel ist die Wewelsburg unweit von Paderborn. Montags hat dort alles geschlossen (Museum und Kaffee), sodass nur die Außenbesichtigung bleibt.

Danach rollen wir gemächlich durch das hügelige Gelände des Sauerlandes. Hier gibt es ein prima ausgebautes Radwegenetz. Gut zum Pedalieren und um die Gedanken schweifen zu lassen. Die Strecke ist gesäumt von viel Feldern, Wäldern und hübschen Ortschaften. Hin und wieder bekommen unsere Beine kräftig zu tun. So manche Rampe stellt sich uns in den Weg. Ein Vorgeschmack auf das was vor uns liegt.

Am frühen Abend erledigen wir in Anröchte unseren Einkauf, füllen unsere Wasservorräte am Friedhof auf und machen uns etwas frisch. Heut war es schwülwarm und die Sachen kleben auf der Haut. Da tut das kühle Nass aus dem Wasserhahn richtig gut! Weiter fahren wir bis kurz vor Altenmellrich und finden auf einer Wiese am Waldrand einen wunderschönen Schlafplatz. Mit den letzten Sonnenstrahlen essen wir Abendbrot. Als wir ins Zelt krabbeln fängt es leicht mit regnen an. Gegen 23Uhr wird es plötzlich laut und helle Scheinwerfer fallen auf’s Zelt. Kurz darauf werden wir von einem alten Mann maulich und unfreundlich gefragt, was wir hier machen. Wir erklären das wir bis zum nächsten Morgen hier bleiben und dann wieder weg sind. Olivers Frage ob es sein Land ist, beantwortet er mit „Ich weiß es nicht.“ Er schimpft nur rum, dass er kein Auto-Kennzeichen erkennen kann. Wie auch bei Fahrrädern? Wenn dann morgen der ganze Müll liegen bleibt… Er will das kontrollieren kommen. Soll er mal machen. Wir sind da 100%ig sauberer, naturverbundener und umweltfreundlicher als „Er“ mit seinem Mercedes G-Modell! Jedenfalls ist er abgezogen ohne weiteren Kommentar. Oliver meint noch jetzt sei der Platz sicher, denn wir werden bewacht. ? Als der Alte weg war fiel uns der Spruch ein: „Was ich selber denk und tu, trau ich auch den andern zu.“

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1 Antwort zu 23.-25.07. Tag 99-101 Deutschland

  1. saskia sagt:

    Hallo Maria, erinnerst du dich, dass wir alle vor Jahren im Hochsauerland weilten? Damals hatten wir auch die Räder mit. In Erinnerung ist uns dieses bergauf/bergab geblieben. Und es war ein trocken heißer Sommer -2003. Ihr Kinder könntet sehr lange Urlaub in Usseln machen, da wir Erwachsenen nacheinander kamen. Bei euren Bildern und Berichten musste ich mich daran erinnern. Fröhliche Winterreise!
    Saskia

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